Diabetes Info

Wenn bei Ihnen Diabetes festgestellt wurde haben Sie sicherlich viele Fragen. Diese Homepage soll Ihnen zu einigen Antworten verhelfen und Sie dabei unterstützen, ein gesundes Leben zu führen und eine aktive Rolle in der Handhabung Ihrer eigenen Behandlung zu übernehmen.

Diabetes Info

Diagnose Diabetes - was bedeutet das?

Als erstes sollten Sie wissen, dass Sie nicht alleine stehen. Weltweit haben mehr als 100 Millionen Menschen Diabetes und führen weitgehend ein beschwerdefreies Leben. Das Geheimnis liegt darin ein langfristiges neues Ernährungsverhalten zu erlernen.

Essen soll Genuß und Freude bereiten, durch die richtige Ernährung sollen Gesundheit und Wohlbefinden unterstützt werden.

Der Begriff „Diät“ wird häufig falsch interpretiert und weckt negative Assoziationen. Meist verbinden Betroffene mit diesem Wort „Verzicht“ oder „Einschränkung“. „Diaita“ (griechisch) bedeutet „ärztlich verordnete Lebensweise“ dies gilt es dem Betroffenen zu vermitteln: Anpassung von Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten an die Bedürfnisse des Organismus. „Diät“ bedeutet nicht Verzicht, sondern Planung. Eine „Freistil-Diät“ führt nicht zum Erfolg

Eine gesunde, ausgewogene, vollwertige Mischkost mit wenig Fett, wenig Salz und wenig Zucker, wie auch für Stoffwechselgesunde empfohlen, ist die Grundvoraussetzung für eine gesunde wirksame Diabetes-Behandlung und Ernährungstherapie.

Eine gesunde Lebensweise verhilft Ihnen dazu sich besser zu fühlen als je zuvor und die Lebenserwartung zu erhöhen.

Wissenswertes:
Im Ernährungsplan eines Diabetikers darf auch der „süße Geschmack“ genossen werden. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung kann auch von Diabetikern eine Menge von maximal 10 % des Energiebedarfs in Form von Zucker konsumiert werden. Zucker muss im Rahmen der Broteinheiten-Verordnung (BE-Verordnung) verwendet werden und sollte nicht isoliert, in reiner Form z. B. zum Süßen von Getränken, Desserts verwendet werden. (ebenfalls zuckerhältig Honig, Ahornsirup, Birnendicksaft etc.)

Eine optimale Alternative zu Zucker gibt es mit KANDISIN. KANDISIN schmeckt angenehm süß, ist leicht zu dosieren und kann ohne Berechnung verwendet werden.

Energiebedarf

Die durchschnittliche Energiezufuhr soll mit dem Energieverbrauch übereinstimmen, so bleibt das Körpergewicht gleich. Ändert man die Energiebilanz, z. B. wenn man Tag für Tag mehr isst, als man verbraucht, wird man an Gewicht zunehmen und umgekehrt. Für den Diabetiker ist es ebenso wichtig wie für Nichtdiabetiker, das Normalgewicht zu halten bzw. bei Übergewicht das Normalgewicht zu erreichen, da es auch durch Fehlernährung leicht zu Fettstoffwechselstörungen, erhöhtem Blutdruck oder zu einer Verschlechterung der Diabeteseinstellung kommen kann.

1. Möglichkeiten der Energiebedarfsberechnung:

Die Maßeinheit für die Energie wird in Kilokalorien beziehungsweise in Kilojoule angegeben: 1 kcal = 4,186 KJ
Die Bezeichnung stammt vom lateinischen Wort "calor" ab und bedeutet "Wärme": "Eine Kilokalorie ist jene Energiemenge, die nötig ist, um ein Liter Wasser um ein Grad zu erwärmen" - so die physikalische Definition.
Die Einheit "Kilokalorie" (1 Kilokalorie = 1.000 Kalorien) wurde aufgrund internationaler Vereinbarungen durch die Einheit "Kilojoule" ergänzt: 1 Kilokalorie (kcal) = 4,186 Kilojoule (kJ)
Der Energiebedarf richtet sich im allgemeinen nach dem Schweregrad üblicher Betätigung.

1.1 Grundumsatz + Leistungsumsatz

Grundumsatz ist die Energiemenge, die zur Erhaltung der Organfunktionen (unter Ruhebedingungen) notwendig ist.

Berechnung: 1 kcal pro kg Körpergewicht (Normalgewicht) und Stunde Beispiel: Eine 170 cm große Person 1 kcal x 70 kg x 24 Stunden = 1680 kcal

Leistungsumsatz ist jene Energiemenge, die für die körperliche Tätigkeit benötigt wird und entspricht je nach Schweregrad 1/3 (leichte Arbeit), 2/3 (mittelschwere Arbeit) beziehungsweise 3/3 (schwere Arbeit) des Grundumsatzes.

Beispiel:
Körpergewicht 70 kg, Körpergröße 1,70 Meter
Beruf Angestellter
Grundumsatz 1680 kcal + Leistungsumsatz (1/3 GU) 560 kcal = 2240 kcal

1.2 Energiequotient

Mit dem Energiequotienten berechnet man die Energiemenge pro Kilogramm Körpergewicht (KG) und Tag; Berechnungsgrundlage ist das Normalgewicht

Energiequotient:

Bettruhe24 kcal pro kg KG
Leicht Arbeit32 kcal pro kg KG
Mittelschwere Arbeit37 kcal pro kg KG
Schwere Arbeit40 kcal pro kg KG

Beispiel:
Körpergewicht 70 g, Körpergröße 1,70 Meter,
Beruf Angestellter
70 x 32 = 2240 kcal

Energiegehalt der Nährstoffe

Wasser oder Tee liefern0 kcal
1 g Eiweiß4 kcal oder 17 kJ
1 g Kohlenhydrate4 kcal oder 17 kJ
1 g Fett9 kcal oder 37 kJ
1 g Alkohol7 kcal oder 29 kJ

Ernährungsrichtlinien

Eine ausgewogene Mischkost, wie auch für Stoffwechselgesunde empfohlen, ist die Grundlage jeder Diabetesbehandlung. Zucker und Süßigkeiten zu vermeiden allein ist noch keine ausgewogenen Ernährung

1) Ausreichend Kohlenhydrate (45 – 60 % der zugeführten Energie)

  • Bevorzugen Sie Getreideprodukte aus Vollkorn sehr ballaststoffreich verstärken Sättigungsgefühl, bessere Verdauung und verzögern den Blutzuckeranstieg
  • Essen Sie täglich Gemüse und Salate, besonders in roher Form
  • Essen Sie täglich frisches Obst zu den Zwischenmahlzeiten und als Nachspeise
  • Nehmen Sie mehr Hülsenfrüchte, am besten als Salat, in den Speisezettel auf
  • Die Beilagen sollen das Hauptgericht sein
  • Wenig Zucker (erlaubt sind 10 % der zugeführten Energie d.h. gehen Sie sparsam mit Konfekt, Mehlspeisen, Schokolade und süßen Gebäck um, meiden Sie jedenfalls gezuckerte Getränke und Kompotte)

2) Wenig Fett (35 % der zugeführten Energie, unter 10 % gesättigte Fettsäuren , Cholesterinzufuhr sollte 300 mg pro Tag nicht überschreiten, Körpergröße in cm minus 100 ergibt Fett pro Tag)

  • Kleinere Fleischportionen und dünneren Brotbelag (Wurst und Käse)
  • Weniger tierische, gesättigte und gehärtete Fett Cholesterinzufuhr wird reduziert
  • Mehrmals pro Woche Fisch, seltener jedoch Fleisch und Wurstwaren
  • Gehen Sie mit Kochfett sparsam um. Kontrollieren Sie die Mengen mit dem Kaffeelöffel. Bevorzugen Sie fettarme Zubereitungsarten
  • Für die Zubereitung von Speisen Pflanzenöle und als Brotaufstrich wenig Butter oder Pflanzenmargarinen bevorzugen
  • Setzen Sie nur fettarme Milchprodukte (Magertopfen, Magerkäse, Magermilch, Magerjoghurt) auf Ihren Speisenplan
  • Mäßig Salz und dafür mehr Einsatz von Gewürzen und Kräutern
  • Trinken Sie ausreichend energiearme, zuckerfreie Flüssigkeit 2 – 3 Liter (20 – 45 ml pro kg Körpergewicht) in Form von Tee, Leitungs- Mineralwasser, stark verdünnte 100 %ige Obst- und Gemüsesäfte. Starker Bohnenkaffee und schwarzer Tee sind Genussmittel und werden nicht zur Flüssigkeit gezählt.
  • Tee hat den Vorteil, den Stoffwechsel anzuregen und in verschiedenen, fruchtigen Geschmacksrichtungen den Speiseplan zu beleben.
  • Alkohol sparsam einsetzen, enthält viel Kalorien und sollte nur zu den Mahlzeiten eingenommen werden (Unterzuckerungsgefahr)
  • Regelmäßige, körperliche Bewegung (Spaziergänge, Gymnastik, Radfahren) hält nicht nur fit sondern verbessert die Insulinwirkung.

Die Verteilung der täglichen Nahrungsmenge auf mehrere kleine, kohlenhydrathältige Nahrungsmittel gewährleistet eine optimale Energiezufuhr. Überdies können, bei entsprechender Zusammensetzung der Mahlzeiten Blutzuckerspitzen vermieden werden. Zwischen den Mahlzeiten sollen nicht mehr als 3 Stunden verstreichen.

Therapiegrundlagen bei Typ 2 Diabetes
Eine schrittweise Änderung von Verzehrsgewohnheiten, Lebensstilanpassung und Essverhaltensmodifikation sind notwendig. Dauerhafter Erfolg kann nur durch ein längerfristiges Therapieprogramm erzielt werden, von einseitigen Crashdiäten ist abzuraten. Normalgewicht erreichen beziehungsweise beibehalten Mahlzeitenverteilung (5 – 6 kleiner Mahlzeiten) Je nach Therapieart BE-Berechnung (Broteinheiten) Blutzuckerverhalten unterschiedlicher Nahrungsmittel berücksichtigen z. B. Weißbrot geht schneller ins Blut als Vollkornbrot Anhebung des Ballaststoffanteiles (komplexe Kohlenhydrate) Ausreichend Flüssigkeitszufuhr Fettreduktion und Fettmodifikation nach Bedarf (hochwertige Pflanzenfette) Bewegungsprogramm

Therapiegrundlagen bei Typ 1 Diabetes

  • Normalgewicht erreichen beziehungsweise beibehalten
  • Genaue Einhaltung der Mahlzeiten (ca. alle 2 – 3 Stunden)
  • Genaue Berechnung und Beachtung der vorgeschriebenen Broteinheiten
  • Blutzuckerverhalten unterschiedlicher Nahrungsmittel berücksichtigen z. B. Weißbrot geht schneller ins Blut als Vollkornbrot
  • Anhebung des Ballaststoffanteiles (komplexe Kohlenhydrate)
  • Ausreichend Flüssigkeitszufuhr
  • Fettreduktion und Fettmodifikation nach Bedarf (hochwertige Pflanzenfette)
  • Bewegungsprogramm

Zu den verschiedenen Lebensmitteln:

Getränke:

Energie- und Zuckerfreie Getränke
Leitungswasser, Mineralwasser, Tee (mit Süßstoff), Kaffee (ohne Milch, mit Süßstoff), kalorienfreie Light-Limonaden mit Süßstoff. Diese Getränke haben keine blutzuckererhöhende Wirkung. Kaffee dient nicht als Durstlöscher hat eine ausscheidende Wirkung und kann bis zu 2 – 3 Tassen am Tag getrunken werden. Milch ist blutzuckererhöhend und kein Ersatz für Flüssigkeit.

Energie- und Zuckerarme Getränke
Diätfruchtsaftgetränke: Bei diesen Getränken ist der Fruchtzuckeranteil auf ein Minimum reduziert, trotzdem muss mit einer geringen blutzuckersteigenden Wirkung gerechnet werden.

Gründe, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, liegen in einer Anregung der Verdauung, des Stoffwechsels, einer Entgiftung und einer Blutzuckersenkung durch vermehrte Urinausscheidung.

Gemüse:

Gemüse enthält viel Wasser und wenig Kalorien. Der besondere Wert von Gemüse liegt in den hohen Gehalten an Mineralstoffen, Vitaminen und Ballaststoffen und trägt einen wesentlichen Bestandteil zu einer gesunden Ernährung bei. Gemüse muss für insulinpflichtige Diabetiker nicht mehr berechnet werden außer Mais und Kartoffeln.

Obst:

Essen Sie täglich frisches Obst zu den Zwischenmahlzeiten und als Nachspeise! Sie können jedes Obst essen. Insulinpflichtige Diabetiker müssen Obst im Rahmen der BE-Verordnung berechnen.

Weintrauben, Zwetschken, Kirschen, Ringlotten und Bananen sind wegen des höheren Fruchtzuckerhaltes sparsam einzusetzen. Trockenfrüchte (z. B. Datteln, Rosinen, Zwetschken) führen zu raschen, hohen Blutzuckerspitzen. Diese daher bitte gezielt einsetzen und ebenfalls berechnen.

Fett und Eiweiß:

Fett und Eiweiß haben keinen Blutzuckeranstieg zur Folge.

Der Bedarf an Eiweiß liegt bei 10 – 20 % der Gesamtenergie. Der tägliche Eiweißbedarf sollte zu 1/3 aus tierischen (z.B. Fisch, Fleisch, Milchprodukte) und zu 2/3 aus pflanzlichen Eiweißträgern (Hülsenfrüchte, Getreide, Kartoffeln) gedeckt werden.

Verzehrsempfehlungen pro Woche:
2 – 3 mal eine kleine Portion Fleisch (je 100 – 150 g)
1 – 2 mal Seefisch (Kabeljau, Scholle,..)
2 – 3 mal Wurst (1 Portion = 50 g)
3 Eier (inklusiver verkochter Eier)

Täglich:
¼ bis ½ Liter fettarme Milchprodukte (Buttermilch, Joghurt, Milch,..)
50 g fettarmer Käse (bis 35 % F.i.T.)

„Fett macht Fett“. Überhöhter Fettkonsum ist in den meisten Fällen Ursache für unerwünschte Gewichtszunahme. Der Fettanteil soll nicht mehr als 25 - 35 % der Gesamtenergie betragen. Die Qualität der Fette hängt in erster Linie von ihrer Zusammensetzung ab. Tierische Fette enthalten zusätzlich Cholesterin (Blutfette), welches die Gefäße schädigt und zu Gefäßverkalkungen führt. Der sparsame Einsatz von hochwertigen Pflanzenölen wie Raps-, Oliven-, Sonnenblumen-, Maiskeimöl etc. können eine Gefäßverkalkung verhindern. Kokosfett (Ceres) ist nicht das ideale Kochfett!!!

Verzehrempfehlungen:
½ = Kochfett + Streichfett (sichtbares Fett)
½ = verstecktes Fett (in Fleisch, Nüssen, Wurst,..)

Täglich:
max. 20 g Streichfett (Butter oder hochwertige Pflanzenmargarine)
20 g hochwertiges Pflanzenöl = 2 Eßl. Öl zum Kochen und für Salate
max. 40 g verstecktes Fett in Wurst, Käse, Milch,...

Diabetikerwaren:

Als Zuckeraustauschstoffen werden Fruchtzucker und Zuckeralkohole wie Sorbit, Xylit,.. bezeichnet. Diese Süßungsmittel, die auch eine Energiequelle darstellen, haben gegenüber Haushaltszucker keine wesentlichen Vorteile, außer einer verminderten kariogenen Wirkung. Viele dieser Produkte, die speziell für Diabetiker empfohlen werden, sind oft sehr fettreich und meist auch wesentlich teurer als die regulären Produkte und sind somit abzulehnen.

Alkohol:

Alkohol sollte nur nach vorheriger Absprache mit dem Arzt konsumiert werden! Eine Alkoholzufuhr von 20 g Alkohol pro Tag (= ca. 2 Gläsern Wein) ist für die meisten Menschen akzeptabel. Alkoholische Getränke mit einem geringen Restzuckergehalt wie trockene Weine, trockener Sekt oder Most evt. mit Mineralwasser gespritzt, Whisky, Wodka, Obstler, Rum etc. sind in kleinen Mengen erlaubt sollten jedoch immer zu den Mahlzeiten eingenommen werden (Hypogefahr = Unterzuckerungsgefahr). Süße Dessertweine, Diabetikersekt, -bier, Malzbier oder Liköre sind ungeeignet. Bier erhöht sogar den Blutzucker und muss im Rahmen der BE-Verordnung berechnet werden. Alkohol hat außerdem sehr viel Kalorien und ist appetitanregend.

Zucker:

Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung kann auch von Diabetikern eine Menge von maximal 10 % des Tagesenergiebedarfes in Form von Zucker konsumiert werden. Reiner Zucker wird sehr rasch resorbiert und sollte deshalb in größeren Mengen vermieden werden. Zucker sollte nicht isoliert, in reiner Form z.B. zum Süßen von Getränken, Kompotten verwendet werden. Es muss aber keineswegs auf die Süße im Speiseplan verzichtet werden, da mit KANDISIN-Süßstoffen ausgezeichnete Alternativen zum Zucker bestehen.

Zuckeraustauschstoffe:

Als Zuckeraustauschstoffe werden Fruchtzucker (Fructose, Fructan), und Zuckeralkohole wie Sorbit ,Xylit, Mannit, Maltit, Isomalt bezeichnet. Zuckeraustauschstoffe sind natürlich vorkommende Stoffe, die in der Natur in Früchten, Gemüse, Pilzen, Algen usw. vorkommen.

Im Vergleich zu Haushaltszucker hat Fruchtzucker eine wesentlich höhere Süßkraft (doppelt so hoch) und erhöht den Blutzucker nur langsam. Fruchtzucker muss im Rahmen der BE-Verordnung berechnet werden und die Backtemperatur sollte geringer dafür die Backdauer länger berücksichtigt werden (schnellere Bräune).

Zuckeralkohole wie das Sorbit hat die gleiche Süßkraft wie Haushaltszucker, erhöht den Blutzucker langsam und muss im Rahmen der BE-Verordnung berechnet werden. Außerdem hat er teilweise eine abführende und blähende Wirkung (Verzehrsempfehlung auf der Verpackung beachten).

Zuckeraustauschstoffe enthalten gleich viele Kalorien und Kohlenhydrate wie Zucker, müssen also nach Broteinheiten berechnet werden.
(12 g Fruchtzucker = 1 Broteinheit)
(20 g Sorbit, Mannit, Xylit = 1 Broteinheit)

Zuckerersatzstoffe:

Als Süßungsmittel werden künstliche Süßstoffe in Tabletten- oder flüssiger und Streu- Form angeboten z.B. KANDISIN
Sie haben eine sehr hohe Süßkraft, keine Kalorien und trotzdem keine Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel.

Eine für den Diabetiker unerhebliche Ausnahme bilden Süßstoffe auf Aspartambasis, da dieses aus Aminosäuren besteht, die im Gegensatz zu allen anderen Süßstoffen nicht unverändert wieder ausgeschieden, sondern normal verdaut werden. Da es infolge seiner Süße nur in winzigen Mengen verwendet wird, ist die Kalorienzahl so gering, daß sie für den Diabetiker nicht berücksichtigt werden muß.

Was ist Diabetes?

Unter der Bezeichnung DIABETES versteht man eine Reihe chronischer Symptome, die durch eine überhöhte, jenseits der normalen Werte liegenden Zuckermenge (Glucose) im Blut bedingt ist.

Der Zucker (Glucose) kommt aus den Nahrungsmitteln. Normalerweise dient er unserem Körper zusammen mit den Fetten als Energiequelle. Zur Verwertung des Zuckers benötigt der menschliche Körper das Insulin, ein Hormon der Bauchspeicheldrüse, die sich in der Bauchhöhle hinter dem Magen befindet.

Bei gänzlichem oder teilweisem Insulinmangel kommt es zu Diabetes und somit hat der Körper Probleme mit dem Verbrauch und der Kontrolle des Zuckers (Glucose).

Kann der Blutzucker (Glucose im Blut) nicht in die Zellen eindringen, vermehrt er sich im Blut und führt dann zu den Symptomen des Diabetes. Stark steigende Blutzuckerspiegel werden über die Niere (Nierenschwelle) mit dem Harn ausgeschieden.

Unbehandelt können mit der Zeit hohe Blutzuckerwerte zu Diabetes-Komplikationen an den Augen, Nieren, Herz, Nerven und Füssen führen.

Es gibt drei Hauptarten des Diabetes:

Typ 1 Diabetes Mellitus:

  • Insulinabhängiger Diabetes mellitus, entsteht, wenn die Zellen in der Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr erzeugen und tritt vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen auf, im allgemeinen bei Personen unter dreißig Jahren.
  • Er setzt unmittelbar ein und wird von auffälligen Symptomen begleitet (starker Durst, gesteigertes Harnlassen, Schwäche etc.)
  • Der Ernährungszustand des Patienten ist meist normal; bisweilen kann Magerkeit auftreten. Bei Einsetzen der Symptome ist ein deutlicher Gewichtsverlust zu verzeichnen.

Typ 2 Diabetes Mellitus:

  • Insulinunabhängiger Diabetes Mellitus bei Erwachsenen tritt im allgemeinen bei Personen über 40 Jahren auf und ist die häufigste Form der Zuckerkrankheit. Ein entscheidender Faktor ist die Vererbung und die Risikofaktoren Übergewicht, Bewegungsmangel (Wohlstandserkrankung).
  • Die Bauchspeicheldrüse produziert zwar Insulin, aber in unzureichender Wirkung.
  • Die Krankheit beginnt unauffällig und verläuft graduell. Symptome sind kaum festzustellen und bleiben daher oft unbemerkt. Das Leiden geht meist mit dem Übergewicht einher. Gewichtsverlust ist bei Eintreten der Krankheit üblicherweise nicht zu verzeichnen.
  • Die Behandlung kann aus Diät (Gewichtsreduktion) allein oder aus einer Verbindung von Diät und Tabletten bestehen.

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)

  • Tritt häufig in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auf, verschwindet normalerweise nach der Geburt, ist häufig erblich und kann im reiferen Alter zum Typ 2 sich entwickeln.

Was sind Broteinheiten?

Unsere Hauptnährstoffe sind Kohlenhydrate, Eiweiß und Fette. Der größte Teil der Nahrung (45 – 60 % der zugeführten Energie) sollte in Form von Kohlenhydraten aufgenommen werden. Mit der Zufuhr der Kohlenhydrate wird das Blutzuckerverhalten direkt beeinflusst. Fette und Eiweiß erhöhen den Blutzucker kaum.

Kurz gesagt:

Als Broteinheit wird die Menge eines kohlenhydrathältigen Nahrungsmittels angegeben, in der 10 – 12 g verfügbare Kohlenhydrate enthalten sind.
1 Broteinheit (BE) = 12 g Kohlenhydrate

Eine genaue Kalkulation der Kohlenhydratmenge (BE-Berechnung) ist nur bei einer Insulintherapie notwendig.

Der Kohlenhydratbedarf richtet sich nach dem Gewicht und den persönlichen Ernährungsgewohnheiten. Diabetiker müssen Insulinwirkung und Kohlenhydratzufuhr sorgfältig aufeinander abstimmen. Daher ist die Menge und Verteilung der Broteinheiten mit Arzt und Diabetesberater zu besprechen.

Praxis der BE-Berechnung

Verwendung der Broteinheiten-Tabelle (Novo nordisk, Aventis) Folgende kohlenhydrathältige Nahrungsmittel sind in der BE-Tabelle enthalten:

  • Getreideprodukte
  • Flüssige Milchprodukte (Joghurt, Sauermilchprodukte, Mager- Vollmilch, Molke, Kefir)
  • Nüsse (Cashewnüsse, Maroni)
  • Kartoffeln, Mais
  • Obst, Obstprodukte
  • Bier
  • Zucker
  • Zuckeraustauschstoffe (Fruchtzucker, Sorbit,..)

Nicht berücksichtigt werden Nahrungsmittel mit geringerem Anteil an verfügbaren Kohlenhydraten (fast keine Blutzuckerwirkung, „vernachlässigbar“) beziehungsweise kohlenhydratfreie Nahrungsmittel:

  • meisten Gemüsesorten (außer siehe oben)
  • Hülsenfrüchte
  • Fleisch und Fleischprodukte
  • Geflügel, Fisch
  • Ei
  • Öl, Butter, Margarine, Mayonnaise
  • Käse, Topfen

Diabetiker sollen unbedingt auf die Fettzufuhr achten. Überhöhter Fettkonsum ist in den meisten Fällen Ursache für unerwünschte Gewichtszunahme. „Fett macht Fett“. Vor allem der Typ 2 Diabetiker ist davon betroffen. Außerdem spielt auch die Qualität der Fette einen wesentlichen Einfluss auf das Wohlbefinden und der Erhaltung der Gefäße und Organe.